Naturnahes Gärtnern, ein neuer Lifestyle in deutschen Gärten
Abgelegt unter: GartenWilde Schönheit ist gerade in Gärten sehr gefragt, will man dem WDR Glauben schenken. Doch so abwegig und weit weg vom gestutzten und in rechteckige Bahnen gezwungene Einheitsliebe der Deutschen, ist der Gedanke gar nicht. So lässt sich auch in Sauerampfer, Sonnenblumen, Goldrute und Beifuß eine immense Lebenskraft vermuten, bei der man wieder anfängt ihnen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Handelt es sich beim wilden Gärtnern um einen neuen Fashion Style in der deutschen Gesellschaft? Es gefällt sicherlich nicht jeden, doch ganz im Sinne von „back to the roots“ wollen immer mehr Menschen im Einklang mit der Natur und ihren Gesetzen leben.
Dazu gehört eben nicht nur Bio und möglichst Eier aus Freilandhaltung zu kaufen, sondern auch naturnahes Gärtnern für alle diejenigen dazu, die sich an einer eigenen Gartenparzelle erfreuen können. Im Grunde muss man dabei gar nicht so viel beachten, denn je näher der Natur, desto inaktiver muss man handeln beziehungsweise abwarten. Man schaut sich erst einmal an, was Mutter Natur einen denn so in den Garten sät und entscheidet daraufhin, wo man jäten, harken und eventuell ergänzen kann. Dabei sollte sich das extra Angepflanzte möglichst mit dem Vorhandenen gut verstehen, um gemeinsam gedeihen zu können.
In sogenannten wilden Gärten gedeihen vor allem dominante Pflanzen, die sich auch unter widrigen Bedingungen behaupten. Vielfach werden sie als Unkraut bezeichnet, wobei man dies bei weitem nicht wörtlich nehmen sollte. So ist beispielsweise die „gemeine Nachtkerze“ essbar und wurde noch im 18. und 19. Jahrhundert durchaus wertgeschätzt. Wer sich daran einmal probieren möchte, sollte die Nachtkerze zwischen Herbst des ersten Jahres bis hin zum Frühjahr ernten. In dem Zeitraum befindet sie sich noch im Rosettenstadium und ist besonders gekocht zart und schmackhaft. Erntet man sie erst später wird sie bitter und faserig. Doch nicht nur die Knollen der gemeinen Nachtkerze sind essbar, auch die Blüten, die Samen und die Blätter kann man verzehren. Allerdings finden in den meisten Haushalten allenfalls die Blätter der Pflanze als essbare Dekoration Verwendung.
Was als eher inaktives Gärtnern begann, kann aber auch durchaus anstrengend werden. Will man sich beispielsweise von einem Teil seiner Goldruten trennen, kann diese es einem sehr schwer machen, verfügt sie doch über ein Wurzelgestrüpp, das seines Gleichen sucht. Nur zurücklehnen und zuschauen ist auch beim naturnahen Gärtnern nicht drin.
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